Tyroler Imperial Zwickl

Der jüngste Streich von Peter Kaufmann - Braumeister des Jahres 2017 (beerkeeper Awards)

1920 gezüchtet
Zillertal Bier verwendet für das Tyroler Zwickl Malze aus der autochthonen Feldfrucht

Für das brandneue „Tyroler Imperial Zwickl“ von Zillertal Bier wird mit der „Fisser Imperial Gerste“ ein besonderer Rohstoff aus der Region verbraut. 

[Autor: Der Biersepp]. Zillertal Bier ist eine Privatbrauerei, die außergewöhnliche Bierspezialitäten herstellt. Man legt dort großen Wert auf hochwertige Rohstoffe. Sie sollen aus Österreich kommen, idealer Weise sogar aus der Region. Dort entstehen köstliche Lagerbiere: ‚Märzen‘, ‚Pils‘, das typische ‚Dunkel‘. Neben diesem auch noch ein ‚Schwarzbiere‘ – in Österreich eine Seltenheit. Obergärige Sorten werden ebenfalls eingebraut: Weißbiere, hell und dunkel. Urlauber lieben sie.

Zusätzlich zu dieser bierigen Klassik baut man in Zell am Ziller ausgefallene Brau-Spezialitäten im Holzfass aus. Man zieht die erlesenen Starkbiere auf Champagnerflaschen, verschließt sie, stilgerecht, mit Korken und Agraffe. 1) Das bekannteste Bier aus der Zillertaler Brauerei ist jedoch ein Bock. Er schmeckt von Jahr zu Jahr ein wenig anders. Aber jedes Mal großartig. Der neue „Gauder Bock“ wird immer am ersten Maiwochenende frisch angestochen, zum Gauder Fest, einem der größten Trachtenfeste der Welt. [Fortsetzung unter dem Foto]

Eingebraut mit Fisser Imperial Gerste

 

Die Fisser Imperial Gerste

Karl Röck aus Fiss züchtete die Imperial Gerste in den 1920iger Jahren aus der „Flatschgerste„. Er baute sie etwa ab 1930 an, exportierte das Korn – sogar bis in beide Amerikas. In den Neunzehnsechziger Jahren war es ’nicht mehr wirtschaftlich‘. Ertragsdenken vor Qualitätsdenken. Das ‚Aus‘ für die robuste ‚Fisser Imperial Gerste‘, zum Glück aber nicht der ‚Todesstoß‘. Weitblickende Menschen konservierten  die alte Sorte. Man weiß ja nie! Eben.

Karls Sohn, Herbert Röck, erinnerte sich vor ein paar Jahren an die väterliche Imperialität. Er begann  mit der neuerlichen Anpflanzung. 2014 erntete er 5.000 Kilogramm. Die autochthone Feldfrucht fand zunächst, als Rollgerste, wieder Einzug in die Tiroler Küche. So stürzte sich zum Beispiel ein Verwöhnhotel in Fiss auf diese goldigen Körner, als wären es Nuggets. Die Medien schrieben bald darauf über eine Brennerei, die Whiskey aus der Fisser Imperial Gerste herstellt.

Bei Zillertal Bier hat man sich gerne der neuen, alten Möglichkeit bedient und den Wiederanbau der regionalen Gerstensorte intensiv forciert. „Eine Herzensangelegenheit!“. Dass die Fisser Imperial Gerste nach der Untersuchung einer der wichtigsten Brauerschulen, der TU Weihenstephan, nicht für den Brauprozess geeignet sei, wird lächelnd ignoriert. Mehr noch: falsifiziert.

Bier statt Milch?

Zillertal Bier ist ein gesunder Familienbetrieb mit einer über 500 jährigen Geschichte. Dass im Laufe dieser Zeit sicher bereits mit der Tiroler Gerste gebraut wurde, macht das Projekt umso spannender. Für die Landwirte ist es außerdem eine echte Alternative zur Milchwirtschaft. Denn die Brauerei bietet fixe Absatzmöglichkeiten und einen fairen Preis. Der liegt vier mal höher als der Weltmarktpreis für Braugerste! Besser kann man Wert-Schätzung kaum ausdrücken. Es überrascht also nicht, dass anno 2016 bereits 24 Bauern „Fisser Imperial Geste“ auf 30 Hektar anbauten. Im Jahr 2017 stießen neue Partner dazu. Die Anbaufläche wuchs ist auf rund 70 Hektar an.

Tradition und Innovation – in einem, neuen Bier

Zillertal Bier kann Tradition und Innovation; sogar beides in ein und demselben Bier. Das „Tyroler Imperial Zwickl“ stellt dies in besonders wohlschmeckender Art und Weise unter Beweis. Es ist brandneu – und es wird mit einem überaus traditionsreichen Rohstoff hergestellt, der „Fisser Imperial Gerste“. Peter Kaufmann, ein Oberösterreicher, ist seit 20 Jahren bei Zillertal Bier. Er lässt die Fisser Imperial Gerste in zwei Sorten vermälzen: zu hellem Pilsner und zu dem etwas farbintensiveren Münchner Malz. Daraus braut er seit Neuestem das „Tyroler Imperial Zwickl“.

Es leuchtet wunderschön naturtrüb in hellem Bernstein und duftet leicht exotisch, was auf den Einsatz von Mühlviertler Aromahopfen der Sorte Cascade zurückzuführen ist. Kaufmann braut sein Naturtübes ohne Weizenmalz-Anteil ein. Er setzt in dieser Hinsicht auf einen klassischen Zwickl-Typus. Mit 13,2 Grad Stammwürze und 5,7 % Vol Alkohol gehört das neue Bräu in die Klasse der „Spezialbiere“.

Das Zwickl ist die jüngste Bier-Innovation der Brauerei. Aber so wie wir die Mander aus Zell am Ziller kennen, wird es immer wieder spannende neue Biere geben, von Zillertal Bier.

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[GESCHICHTE]
1500 und der 12.12.12

Zillertal Bier wurde 1500 gegründet und gehört damit zu den ältesten noch immer Bier erzeugenden österreichischen Brauereien. So eine alte Marke lebt ihr Traditionsbewusstsein. Aber zeitgemäße Technik ist ebenso wichtig. Für die Bierqualität ist sie sogar von entscheidender Bedeutung. Folglich wurde im Jahr 2008 mit einem Brauerei-Neubau begonnen. Zuerst gingen am Ortstrand von Zell am Ziller ein Gär- und Lagerkeller, die Filtration und die neuen Abfüllanlagen in Betrieb, am 12.12.12 wurde dort auch das neue Sudhaus eingeweiht.

Fußnote 1): Agraffe, so  wird das Drahtgestell genannt, welches über den Kork gezogen wird und das ein vorzeitiges „Ausfahren“ des Korkens verhindern soll.

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