Wie viel ist Gold wert?

Verkosten ist Schwerarbeit
European Beer Star

Goldmedaillen regnen über die Bierwelt. Aber sie sind beileibe nicht alle gleich viel wert. Im neuen Fachmagazin „LEIDENSCHAFT CRAFT“, welches vom Sachon Verlag herausgegeben wird, hat sich Der Biersepp in seinem Leitartikel darüber Gedanken gemacht:

Nicht jedes „Gold“ ist Goldes Wert

Klar, dass Brauereien ihre frisch erkämpften Goldmedaillen kommunizieren. Dabei wird meist verlautbart, dass man das Edelmetall „im härtesten Wettbewerb“ (wahlweise Europas oder gleich der ganzen Welt) erringen konnte …

Den Werbetextern ist es dabei herzlich egal, wie „hart“ der Wettbewerb tatsächlich war. Auch, ob es sich dabei überhaupt um einen solchen gehandelt hat. Denn nicht selten kommt der Goldregen gar nicht von einem „Wettbewerb“.

Nur ein Gütesiegel?

Haben Sie gerade Ihren tadelnden Blick aufgesetzt: „Der Biersepp soll nicht so pingelig sein!“ Verehrte Leserin, geschätzter Leser, das ist gar keine Spitzfindigkeit. Handelt es sich um ein Gütesiegel, dann muss jedem fehlerfreien unter den eingereichten Bieren „Gold“ verliehen werden. Der Goldsegen kann theoretisch bis zu 100 Prozent aller Einreichungen treffen. Bei einem Wettbewerb hingegen wird gereiht. Sie denken sicher nicht, dass die Wertigkeit gleich ist: Von einem Freischwimmer-Abzeichen und Olympia-Gold im Brustschwimmen!?

Aber auch Wettbewerbs-Gold hat beileibe nicht immer dasselbe spezifische Gewicht. Wie viele „Goldene“ werden pro Kategorie verliehen? Eine? Mehrere? Und wenn „mehrere“, dann wie viele? Und wie groß ist die Anzahl der Einreichungen insgesamt? Wie stark ist die Konkurrenz? Nicht zuletzt muss man sich fragen, ob die Jury aus echten Experten oder aus selbst ernannten Auskennern oder gar aus in einem Crash-Kurs unterwiesenen Laien zusammengesetzt wurde. Im Werbespruch ist ja jede Jury grundsätzlich „hochkarätig“.

Wirklich „hart“ ist daher nur ein Wettbewerb, wenn die Konkurrenz riesengroß ist, die Jury zu hundert Prozent aus echten Bierprofis besteht und, vor allem dann, wenn es pro Kategorie höchstens einmal Gold gibt.

Katzengold

Die mittels mäßig wertvollem „Edel“-Metall genasführten Bierfreunde setzen sich leider kaum mit den Unterschieden zwischen Gold und Gold auseinander. Möge sich deren Bedeutung auch so gravierend unterscheiden,  wie der Geldwert von echtem Gold und „Katzengold“. Einsame Spitzenleistung: Eine österreichische Brauerei braut im Grunde nur ein einziges Vollbier. Die Hauptmenge wird filtriert und unter der eigenen Marke sowie unter verschiedenen Handelsmarken abgefüllt. Das Bier ist gut, kein Zweifel. Aber, als man mit diesem Produkt beim Gütesiegel sieben Mal Gold erreich hat, führte das zur Aussage: „Österreichs meistprämierte Brauerei“. Ist das nicht ein wenig gewagt?

European Beer Star – die echte Champions League

Die Konsumenten könnte man ganz einfach „entwirren“, indem man ihren Blick auf die Sieger des European Beer Star fokussiert. Mit seinen 120 Profi- Testern, den rund zweieinhalbtausend Einreichungen, dem Hosting bei den Vollprofis von Doemens und vor allem durch den Umstand, dass in jeder Kategorie nur ein einziges Mal Gold vergeben wird, ist der Beer Star tatsächlich der – mit Abstand – härteste Bierwettbewerb; zumindest in Europa. Der European Beer Star ist und bleibt in unserer Branche die Champions League. Alles andere gehört ganz woanders hin, zumeist höchstens – in die Landesliga. Den Werbetextern ist es dabei herzlich egal, wie „hart“ der Wettbewerb tatsächlich war. Auch, ob es sich dabei überhaupt um einen solchen gehandelt hat. Denn nicht selten kommt der Goldregen gar nicht von einem „Wettbewerb“.

Der Artikel aus LEIDENSCHAFT CRAFT als pdf zum Herunterladen:

 

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